Frühlingskonzert 2013: Zwischen Bern & New Orleans

Das erste Stück unserer Frühlingskonzerte «The Melody Shop» beschreibt den Programminhalt sehr treffend. Ein ganzer «Laden» voller schöner, eingängiger Melodien, die abwechslungsreicher nicht sein könnten. Es ist fast alles dabei: vom Schweizer Marsch bis zu Jazz aus New Orleans.

The Melody Shop
Karl L. King, 1891–1971

Auf der Suche nach guten Märschen stösst man auf den amerikanischen Komponisten Karl L. King. Dieser verliess im Alter von 14 Jahren die Schule, um bei einem Verlag zu arbeiten, während er gleichzeitig nächtelang Partituren studierte und zu komponieren begann. Mit gerade einmal einer Theorielektion und vier Klavierstunden wagte er sich bereits an diese Tätigkeit. King lernte verschiedene Blechblasinstrumente, sein liebstes war das Euphonium.

Armenische Tänze (Teil 1)

Alfred Reed, 1921–2005

Die «Armenischen Tänze» basieren auf Volksweisen aus den gesammelten Werken von Gomidas Vartabed, dem Begründer der klassisch-armenischen Musik. Reed hat Stilistik, Tempo und die Natürlichkeit dieser simplen Volkslieder eingefangen und in eine individuelle Sprache umgesetzt. Im ersten Teil sind fünf armenische Volksweisen verarbeitet, die von Vartabed für Sologesang mit Klavierbegleitung beziehungsweise A-cappella-Chor gesetzt wurden. Das erste Lied «Tzirani Tzar» ist eine sentimentale Weise. Ihm folgt – in Rhythmus und Tempo gegensätzlich – das «Lied des Rebhuhns». «Hoy, Nazan Eem» ist ein rhythmisch belebtes Tanzlied, gefolgt von der lyrischen Beschreibung des Berges «Alagyaz» und einem humorvoll lachenden «Los, los». Reed war bestrebt mit seiner Komposition dem Geist der armenischen Musik gerecht zu werden. Einer Volksmusik, die bis heute nicht die Anerkennung in der westlichen Welt erhielt, die sie eigentlich verdient hätte.

Benny Goodman: The King of Swing
Benny Goodman, 1909–1986

Der amerikanische Jazzmusiker, Klarinettist und Bandleader Benny Goodman gilt als einer der populärsten Protagonisten des Swing und feierte vor allem in den 1930er-Jahren grosse Erfolge mit seiner Big Band. Benny Goodman, das Wunderkind: Mit 10 bekam er sein Instrument, mit 11 spielte er es angeblich «konzertreif», mit 12 gab er sein Debüt, mit 13 war er bereits Profimusiker und musste die Schule sausen lassen. Und in diesem Tempo ging es weiter: Mit 16 trat er Amerikas führender weisser Jazzband bei, dem Orchester von Ben Pollack, mit 17 nahm er dort sein erstes Solo auf, mit 18 waren seine «Jazz Breaks» bereits als Notenheft erhältlich, mit 19 war er der unumstrittene Star der Band. Dann kam der Aufstieg zum Gipfel: Mit 20 Studiomusiker in New York, mit 25 Bandleader und mit 27 der «King of Swing». Vom «King of Swing» erklingen in diesem Arrangement einige seiner grössten Hits, wie «Let’s Dance», «Moonglow», «Stompin’ at the Savoy» und «Sing, Sing, Sing»  .


The Wrong Note Rag

Leonard Bernstein, 1918–1990

Leonard Bernstein studierte an der Harvard- Universität Klavier und Komposition. Bereits 1943 wurde er Assistenzdirigent des New York Philharmonic Orchestra. In diesem Jahr konnte Bernstein seine Begabung unter Beweis stellen, als er kurzfristig für den erkrankten Dirigenten einspringen musste. Die eindrucksvolle Aufführung von Strauss’ Don Quixote und Schumanns Manfred-Ouvertüre verhalf ihm zum Durchbruch und war Beginn einer beispiellosen Karriere.
Als Komponist war Bernstein sehr erfolgreich mit Bühnenwerken wie «On the Town», «Candide» und «West Side Story». Seine Musik zu «Wonderful Town» debütierte 1953 am Broadway und wurde während eineinhalb Jahren 559-mal aufgeführt. In typischer Bernstein- Manier erklingt in «Wonderful Town» ein klassischer Ragtime, der mit absichtlich «falschen» Noten durchsetzt ist.


Gruss an Bern
Carl Friedemann, 1862–1952

Carl Friedemann studierte in seiner Heimat Deutschland Musik. Er wirkte 21 Jahre lang in Freiburg im Breisgau, obwohl sein Ruhm als Dirigent und Komponist schon früh über die Landesgrenzen hinausging. 1912 wartete in Bern ein neues Engagement auf ihn: er übernahm die Leitung der Stadtmusik Bern und führte sie auf ein beachtliches Niveau. Mit diesem Blasorchester machte er Reisen nach Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien.

Rolipops
Jean-François Michel, *1957

Jean-François Michel absolvierte am Konservatorium Freiburg sein Trompetenstudium. Mit 18 Jahren gewann er den dritten Preis beim Internationalen Wettbewerb von Genf, worauf er zum Solotrompeter der Münchner Philharmoniker berufen wurde. Während seiner zehnjährigen Wirkungszeit in München entfaltete er eine reiche Tätigkeit als Solist und Ensemblemusiker. Michel ist Professor an den Konservatorien Freiburg und Lausanne und ist als Arrangeur und Komponist tätig. Rolipops ist ein unterhaltsames Solostück für zwei Trompeten.

Pixar Movie Magic
Michael Giacchino, RAndy Newman

Seit 1995 der Zeichentrickfilm «Toy Story» in die Kinos kam, hat das kreative Team der Pixar Studios immer wieder unvergessliche Charaktere ins Leben gerufen. Diese Figuren wurden durch die jeweilige Musik stark identifiziert und die Melodien dadurch sehr populär. Michael Brown schrieb ein Medley mit Hits aus: «The Incredibles», «Up», «Ratatouille», «Cars» und «Toy Story».


Tin Roof Blues

Paul Mares, Ben Pollak, Mel Stitzel,

George Brunies, Leon Roppolo 1923 nahmen die New Orleans Rhythm Kings den «Tin Roof Blues» auf, welcher von den fünf Bandmitgliedern komponiert und später zu einem der meistgespielten Stücke des frühen New-Orleans-Jazz wurde. Wir freuen uns, mit diesem exklusives Arrangement für Dixie-Combo und Blasorchester von Tony Kurmann einen Hauch New-Orleans-Jazz in die Höfe zaubern zu können.

Tico Tico
Zequinha de Abreu, 1880–1935

Zequinha de Abreu spielte Querflöte, Klarinette sowie Klavier. Später war er Inhaber einer Drogerie, Bürgermeister und Klavierlehrer. Seine bekannteste Komposition «Tico Tico no Fubá» wurde von vielen Musikern interpretiert. Selbst die Berliner Philharmoniker konnten sich dieser eingängigen Melodie nicht entziehen.


Sa, 6. April, Kantonsschule, Pfäffikon,
Sa, 13. April, Turnhalle Schwerzi, Freienbach,